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O wie schön ist Panama!

Von Maike Engler, auf Familienreise per Mietwagen durch Panama im Sommer 2025

Ja, dieser Satz ist mittlerweile etwas überstrapaziert und vielleicht ein alter (Panama-)Hut 😊 – und doch fällt es schwer, einen treffenderen zu finden, denn das Land überrascht und verzaubert uns vom ersten Moment an. Im Sommer 2025 machten wir – mein Mann, unsere zwei fast Teenager und ich – uns auf den Weg in das sagenhafte Land von Tiger und Bär.

Panama, Biken auf der Cinta Costera Panama City, Latin America Tours, Reisen

Unsere Reise begann natürlich in Panama City, einer Stadt voller Gegensätze, die sofort fasziniert. Wir übernachteten im hübschen restaurierten und aufpolierten Casco Viejo, dem historischen Viertel, dessen sorgfältig restaurierte Kolonialgebäude heute Boutiquen, Cafés und kleine Galerien beherbergen. Im Casco kann man super alles zu Fuss machen, durch die engen Gassen und über koloniale Plazas schlendern, Kaffee trinken und natürlich die unzähligen Rooftopbars und -restaurants der Stadt besuchen.

Auch die Panamesen lieben das Casco. An unserem Samstagabend dort verwandelte sich das Viertel in eine einzige festliche Bühne: Mindestens vier grosse Hochzeiten, verbunden mit Umzügen durchs Viertel, fanden gleichzeitig statt. Aus offenen Türen klang Musik, in Abendgarderobe gekleidete Gäste füllten die Gassen und überall blitzten Kameras. Es gibt wunderschöne und erstklassige Boutique-Hotels, also wer die besondere Atmosphäre wünscht, und keinen ganz leichten Schlaf hat, der ist hier super aufgehoben.

Unser Highlight war die Erkundung der Stadt per Fahrrad. Wir starteten nach einem kurzen Rundgang über den Mercado de Marisco mit der Fahrt über die Cinta Costera mit Aussicht auf die Skyline sowie den Pazifik. Anschliessend ging es zum Amador Causeway, vorbei am Biomuseo, dem Hafen und diversen Plazas zum Ausruhen und zum Kosten von Raspado, der panamesischen Alternative zum Slush-Eis.

Nach zwei Tagen übernahmen wir unseren Mietwagen, ein gefühlt tiefergelegter Hyundai Accent, der uns trotz anfänglicher Skepsis wunderbar durch Panama gefahren hat. Die allermeisten Strassen, auch abseits der Panamericana sind problemlos mit einem normalen PKW befahrbar und sehr gut in Stand gehalten; der einzige Grund, warum man nur langsam vorankommt, sind die zahllosen «Topes», aber so hat man mehr Zeit, die Landschaft zu bewundern.

Wir lechzten nach einem Bad im Meer, daher legten wir unterwegs einen spontanen Badestopp an der Playa Coronado ein, allerdings ist die Riviera hier für Individualtouristen nicht besonders leicht zugänglich. Dieser Teil des Landes ist leider belegt, unter anderen von Amerikanern mit All-Inclusive-Hotels, Condominions und Gated Communities. Wir fanden trotzdem ein kleines Stückchen Strand.

Unser erster Stopp war dann El Valle de Antón, ein genialer Ort, nämlich ein bewohnter Vulkankrater. Der Ort ist im Wesentlichen eine lange Strasse mit diversen Restaurants, Bars und Supermärkten sowie dem grossen Markt, an dem ich Pipa für alle kaufe, obwohl der Transport von vier geöffneten Kokusnüssen durchaus eine logistische Meisterleistung ist. Wir übernachteten im charmanten und empfehlenswerten Golden Frog Inn, einer Oase mit Pool und wunderschönen Gärten, wie die meisten Hotels etwas abseits gelegen.

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In El Valle haben wir dann meiner kleinen Tochter den Wunsch nach Canopy Ziplines erfüllt. Eine zauberhafte Anlage liegt am Wasserfall El Macho, über den man auch hinwegrauscht. Wunderbar einfach geht es durchs Grün hindurch – es gibt kein aufgemotztes Equipment, Spezialeffekte oder mitreisende Fotografen, um am Ende die Bilder teuer zu verkaufen. Es ist einfach eine gute, entspannte Atmosphäre ohne den Anspruch, die längste, höchste oder steilste Zipline zu fahren.

Am Nachmittag erkundeten wir noch den Piedra Pintada, einen mystischen Felsen mit präkolumbianischen Petroglyphen, umgeben von sattgrüner Vegetation. Noch spannender als der Felsen ist aber die dazugehörige Wanderung, die über Stock und Stein führt, Schritt für Schritt bergauf und in den dichten, kühlen Wald. Der Pfad schlängelt sich über Wurzeln und Felsen, vorbei an kleinen Wasserläufen. Nach einer knappen Stunde lichtet sich der Wald und plötzlich steht man an einem Aussichtspunkt und blickt über den riesigen, dicht bewachsenen Vulkankrater des Valle de Antón. Von hier kann man oben endlos entlanglaufen und Ausblick auf den natürlichen Kessel bewundern.

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Am nächsten Tag ging es weiter an die Pazifikküste nach Pedasí, ein entspanntes Dorf mit farbenfrohen Häusern und freundlichen Menschen. Die vielen Strände in der Umgebung sind menschenleer, ruhig und goldschimmernd. Hier kann man unendlich spazieren, baden und picknicken. Das Dorf hat einige sehr hübsche Restaurants, einen kleinen Supermarkt und ist insgesamt noch sehr ursprünglich. Besonders beeindruckend war unser Ausflug zur Isla Iguana, den wir mit ausgedehntem Whalewatching verbinden konnten. Unser privater Bootsmann wusste genau, wo die Machos springen und wo die Mütter mit ihren Babys unterwegs sind. Wir verbrachten dann den Tag auf der Isla Iguana, wo wir vom weissen Strand aus im herrlichen, türkisblauen Wasser schnorcheln konnten.

Unser nächster Stopp, die Playa Venao, liegt nur eine halbe Stunde entfernt. Ein Surfermekka und gleichzeitig ein Ort zum Wohlfühlen. Das Meer eignet sich auch wunderbar zum Schwimmen und Spazieren. Im Hinterland gibt es einige schöne Dschungeltrekkings mit Wasserfällen und Urwald. Zur Dämmerung durften wir eine Horde Brüllaffen in den Baumkronen beobachten und ihnen Zuhören, was sehr beeindruckend war. In Playa Venao gibt es auch Meeresschildkröten, die in dieser Region an geschützten Stränden ihre Eier ablegen. Ein bedeutender Brutplatz ist die Isla Cañas, die wir aber nicht dafür, sondern im Rahmen des inspirierenden GoWaved-Projekts besuchten (lesen Sie hier mehr über diesen Besuch und das Projekt).

Nun ging es weiter nach Santa Catalina, einem Ort der Natur und Ruhe. Die Stimmung im Dorf ist entspannt, fast meditativ und noch authentisch. Die Strände sind breit, lang und mit dunklem Sand. Die Strasse dorthin ist seit kurzem durchgehend asphaltiert und in sehr gutem Zustand. Generell zieht sich die Strecke und sollte nicht unterschätzt werden, aber gerade die Abgelegenheit macht den Ort so besonders.

Santa Catalina besteht aus ein paar kleinen Cafés, Surf- und Tauchschulen, guten Restaurants und eher einfachen Hotels, wobei man etwas abgelegen durchaus kleine Bijous finden kann. Die schwarze Lavaküste und die kraftvollen Wellen machen Santa Catalina zu einem Paradies für Surfer aller Levels, allerdings ist es auch Ausgangspunkt zur Unterwasserwelt der legendären Isla Coiba, einem der artenreichsten Meeresgebiete der Welt und Teil eines geschützten Nationalparks. Bei der Bootstour dorthin geht es vorbei an kleinen, unbewohnten Inseln, und beim Schnorcheln sieht man bunte Korallen, Schwärme silbrig glänzender Fische, Papageifische und sogar kleine Riffhaie und Rochen.

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Leider war es nun Zeit, nach Panama City zurückzureisen und den Mietwagen wieder abzugeben, aber immerhin wartete noch ein krönender Abschluss der Reise auf uns – nämlich zwei Nächte in Guna Yala, den San-Blas-Inseln, in der Guanidub Lodge.

Frühmorgens im Dunkeln geht es raus aus Panama City und endlich auch an die karibische Seite. Guna Yala ist weit mehr als nur ein Inselparadies: Es ist ein autonomes Territorium, das von den Guna, einem der stärksten und traditionsbewusstesten indigenen Völker Mittelamerikas, selbst verwaltet wird.

Die Guna betrachten ihre Inselwelt als Teil ihrer Identität, nicht nur als Wohnort. Ihre politische Struktur basiert auf Gemeinschaftssinn, Respekt und Tradition. Sie haben sich entschieden, ihre Kultur, ihre Sprache und ihre politischen Strukturen zu bewahren. Die San-Blas-Inseln gehören ihnen, und sie bestimmen, wie Tourismus stattfinden darf, nämlich klein, lokal und naturnah. Es gibt keine Resorts, keine Betonbauten, kein Massentourismus. Stattdessen findet man einfache Lodges, traditionelle Holzhütten, Kokospalmen und türkisfarbenes Wasser – Postkartenidylle pur. Unsere Lodge besteht aus Hütten direkt am Strand, das Essen ist einfach, aber gut.

Schon die Anreise macht deutlich, wie besonders dieser Landesteil ist: Man passiert eine Grenzstation inkl. Passkontrolle und fährt anschliessend auf einer Strasse, die Google nicht kennt, durch dichtes, hügeliges Regenwaldgebiet zu dem kleinen Hafen, von wo Boote auf die 365 Inselchen abfahren.

Während unserer zwei Nächte vor Ort besuchten wir kleine unbewohnte Inseln, schnorchelten über Riffe voller bunter Fische und genossen das Privileg unserer eigenen kleine Insel und Gast in einer lebendigen Kultur zu sein. Besonders beeindruckt hat uns die starke Rolle der Frauen in der Guna-Gesellschaft.

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Mit salziger, eventuell leicht verbrannter Haut und voller Erinnerungen kehrten wir nach Panama City zurück, um zwischen glänzenden Wolkenkratzern, Casinos und Eiscreme zu USD 8 pro Kugel eine letzte Nacht zu verbringen, bevor es dann leider wieder nach Hause ging. Wir waren sicher nicht das letzte Mal in Panama!

Unsere Reise war eine individuell zusammengestellte Mischung aus den Mietwagenreisen «Panama Panorámico» und «Panama Erfahren».
Gerne unterstütze ich Sie bei der Planung Ihrer eigenen Reise – reservieren Sie einfach einen Beratungstermin.

Übrigens: Weitere Reisevorschläge für Panama finden Sie in unserem Online-Reiseplaner. Sie möchten noch mehr über Panama erfahren? Lesen Sie hier unsere Tipps zum Reiseziel Panama und zur Planung einer gelungenen Panama-Reise.

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