Reisebericht Peru, Teil 2: Heiliges Tal, Machu Picchu und Cusco
von Tanael Michel
Im ersten Teil meiner Peru-Reise führte mich der Weg von Lima über Arequipa bis in den spektakulären Colca Canyon. Zwischen kolonialen Städten, fruchtbaren Tälern und majestätischen Andenlandschaften durfte ich Peru bereits von seiner eindrucksvollen Seite kennenlernen. Besonders die Begegnungen mit den Menschen, die kulinarischen Entdeckungen und die Beobachtung der Kondore im Colca Canyon werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Nun steht der zweite Teil meiner Reise bevor. Es geht weiter ins Heilige Tal der Inkas, nach Machu Picchu und nach Cusco – zu einigen der bekanntesten und faszinierendsten Orten Perus. Gleichzeitig sind es genau jene Regionen, die mich bereits vor rund 20 Jahren bei meinem ersten Besuch nachhaltig beeindruckt haben. Umso gespannter bin ich, was sich verändert hat und welche Erinnerungen bei meiner Rückkehr wieder lebendig werden.
Den ersten Teil meines Peru-Reiseberichts finden Sie hier: «Von Meeresfrüchten und fruchtbaren Tälern – unterwegs zwischen Lima, Arequipa und dem Colca Canyon».
Ankunft im Heiligen Tal der Inkas
Vor Tagesanbruch breche ich auf zum zweiten Teil meiner Peru-Reise. Ein Taxi bringt mich durch die stockfinstere Nacht über noch menschenleere Strassen zum Flughafen. Ich habe den ersten Flug nach Cusco gebucht, damit ich dort möglichst viel vom Tag habe. Als die Dämmerung beginnt, heben sich die drei schneebedeckten Vulkane majestätisch und mit jeder Minute intensiver vom wolkenlosen Morgenhimmel ab.
Der Flug ist direkt und kurzweilig, weil ich die ersten 20 Minuten versuche, die Vulkane, die ich auf dem Weg nach Colca aus der Ferne gesehen habe, von oben wiederzuerkennen. Bald danach beginnt der Sinkflug nach Cusco. An der historischen Hauptstadt des Inkareichs fahre ich heute aber nur vorbei. Ein Transfer bringt mich direkt über Pisac nach Calca im Heiligen Tal. In einer der zahlreichen Kurven, durch die sich die Umfahrungsstrasse am Hang oberhalb der Stadt windet, erhasche ich einen kurzen Blick auf die von der Morgensonne erleuchtete Plaza de Armas von Cusco und freue mich schon auf meine Rückkehr an diesen Ort in drei Tagen.
Irgendetwas ist ganz anders als bei meinen beiden bisherigen Besuchen vor rund 20 Jahren in diesem Tal. Alles ist üppig grün und voller blühender Blumen. Der Himmel dabei blau, nur an den Bergketten hängen ein paar Wolken. Ich kann mich kaum sattsehen und geniesse die Fahrt sehr.
Das Heilige Tal der Inkas gehört heute zu den beliebtesten Regionen einer Peru-Rundreise. Zwischen Pisac, Urubamba und Ollantaytambo erwarten Besucher eindrückliche Landschaften, traditionelle Dörfer und zahlreiche Zeugnisse der Inkakultur.
Museo Inkariy – Die Wurzeln des Inkareichs
Bevor ich mir im Heiligen Tal ein paar Unterkünfte anschauen werde, ist ein Stopp im Museo Inkariy in Calca geplant. Ich bin eigentlich kein Museumstyp und schaue mir sehr alte Dinge am liebsten dort an, wo sie hingehören.
Das Inkariy hat mich aber in seinen Bann gezogen. Das Museum zeigt geschickt und gut strukturiert, wie einige viel ältere und deutlich weniger bekannte präkolumbische Zivilisationen dieser Region das Fundament für die Entstehung des gigantischen Inkareichs geschaffen haben.
Hotels im Heiligen Tal – von charmant bis luxuriös
Am Nachmittag sehe ich mir einige Hotels in Yucay, Urubamba und Yanahuara an. Es sind ein paar besondere und luxuriöse Unterkünfte dabei. Einen bleibenden Eindruck hat bei mir das Sol y Luna hinterlassen. Hier stimmt einfach alles bis ins letzte Detail.
Wer den Preis dafür nicht zahlen möchte, ist aber auch in einem der zahlreichen guten Mittelklassehotels im Heiligen Tal bestens aufgehoben.
Markttag in Urubamba
Am Mittwoch ist in Urubamba Markttag. Gerade an Orten, die seit Hunderten von Jahren von Landwirtschaft leben, ist das ein einzigartiges Erlebnis. Bauern bringen ihre kleinen Ernten von traditionell produzierten lokalen Lebensmitteln ins Tal und verkaufen sie direkt an die Verbraucher.
Eine Entdeckungsreise, auf der ich immer wieder auf Unbekanntes und Erstaunliches treffe. Ich kaufe mir ein paar Mini-Avocados. Kaum fünf Zentimeter lang sind sie, schmecken aber ausgezeichnet!
Mit dem Zug nach Machu Picchu
Am nächsten Tag geht es mit dem Zug von Ollantaytambo nach Machu Picchu Town. Das hiess, als ich vor 20 Jahren hier war, noch Aguas Calientes.
Der Zugverkehr ist abenteuerlich. Es geht entlang des tosenden Urubamba-Flusses, der kaum mehr Wasser führen kann, als er es gerade tut. Es gibt verschiedene Züge und Reiseklassen, und sie fahren bei Tag und Nacht mit lautem Gebimmel direkt ins Dorf hinein.
Unterdessen gibt es hier auch einige richtig schöne Hotels. Das Inkaterra Machu Picchu Pueblo liegt in einem verwunschenen tropischen Garten, der sich den steilen Hang hinauf bis hoch in den Nebelwald erstreckt. Überall schwirren Kolibris herum.
Machu Picchu – Magie zwischen Wolken und Bergen
Am frühen Morgen mache ich mich auf zum Highlight der Reise: Es geht auf den Machu Picchu. Ich freue mich auf die Rückkehr an diesen magischen Ort. Gleichzeitig habe ich gemischte Gefühle, da dies einer der wenigen Orte in Südamerika ist, dessen Anziehungskraft so gigantisch ist, dass sie auf Dauer für den Ort und seine Mystik zu einem Problem werden kann.
Der Machu Picchu zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Südamerikas und gehört seit 1983 zum UNESCO-Welterbe. Wer die Inkastadt besuchen möchte, sollte Eintritt und Circuito frühzeitig reservieren.
Die Wolken kleben anfangs dicht an all den schroffen Hängen, die mich umgeben, und geben während der ersten Stunde keinen Blick auf die berühmteste aller Inkastätten frei. Auf verschiedenen Circuitos bewegen sich die Besucher in ihren jeweiligen, früh im Voraus gebuchten Zeitfenstern vorwärts, machen Fotos vor der Nebelwand, hinter der – wie ihnen die eifrigen Reiseführer immer wieder versichern – das langersehnte Machu Picchu verborgen liegt. Mit etwas Geduld klappt es dann aber doch. Die Wolkendecke reisst hier und dort auf und plötzlich haben wir, als wir fast am höchsten Punkt unseres Circuitos angekommen sind, freie Sicht auf das in jeder Hinsicht faszinierende Bauwerk.
Es ist zwar der erwartete Kampf um die besten Plätze für Fotos, Videocalls und Live-Reportagen, aber ich bin auch 20 Jahre später noch tief beeindruckt von der Energie dieses Ortes. Kaum vorstellbar, mit welcher Präzision hier tonnenschwere Granitblöcke von Menschenhand herangeschafft und millimetergenau eingepasst wurden. Alles in Perfektion auf Sonnenwenden und Sternbilder ausgerichtet.
Ich hoffe, dass ich das in einigen Jahren ein drittes Mal erleben darf – dann hoffentlich mit meinen Kindern.
Cusco – Das kulturelle Herz Perus
Nach dem Abstieg geht es per Bus zurück nach Machu Picchu Town und von dort mit dem Zug nach Ollantaytambo. Anschliessend bringt mich ein Transfer nach Cusco.
Cusco ist ein wunderbarer Abschluss meiner Reise. Eine Stadt, die mir schon vor 20 Jahren ans Herz gewachsen ist. Sie steckt voller Überraschungen, versteckter Inkaschätze und beeindruckender kolonialer Architektur. Unterdessen sind auch zahlreiche hochklassige Restaurants dazugekommen.
Auch wenn es hier am Abend empfindlich kalt wird und man beim Treppensteigen schnell merkt, wie dünn die Luft auf über 3’300 Metern Höhe ist, bleibt Cusco für mich ein Herzensort. Eine Stadt, die von ihrer Geschichte lebt und gleichzeitig modern, lebendig und voller Genussmomente ist. Wer Peru bereist, sollte sich hier unbedingt genügend Zeit nehmen – denn Cusco ist weit mehr als nur das Tor zum Machu Picchu.
Genau wie damals verlasse ich die Stadt nur ungern. Und hoffentlich kehre ich eines Tages mit meinen Kindern zurück. Eines steht jedenfalls fest: Ich komme wieder.
Peru selbst erleben
Das Heilige Tal, Machu Picchu und Cusco gehören zu den eindrucksvollsten Regionen Südamerikas. Zwischen beeindruckenden Landschaften, jahrhundertealter Geschichte und lebendiger Kultur bietet Peru unzählige Erlebnisse, die lange in Erinnerung bleiben.
Möchten auch Sie Peru entdecken? Unsere Peru-Spezialisten kennen das Land aus eigener Erfahrung und beraten Sie gerne bei der Planung Ihrer individuellen Traumreise.
P.S.: Weitere Informationen und Tipps zu Peru finden Sie hier. In unserem Reiseplaner haben wir einige Reisevorschläge für Peru für Sie zusammengestellt.



Museo Inkariy – Die Wurzeln des Inkareichs


